
Manchmal frage ich mich selbst, wie ich eigentlich beim Buchinger-Fasten gelandet bin.
Vermutlich, weil ich schon immer das Talent hatte, Menschen freiwillig auf Kaffee, Brötchen und Abendessen verzichten zu lassen – und sie danach trotzdem glücklicher aussehen zu lassen als vorher.
Dabei war der Quellenhof mal ein ganz gewöhnliches Hotel. Frühstücksbuffet, Halbpension, freundliches Winken beim Check-out – so wie tausend andere Häuser auch. Bis irgendwann klar wurde, dass hier eigentlich schon immer alles vorhanden war, was ein Fastenhotel braucht, wir es nur noch nicht so genannt hatten.
Denn Bad Bertrich hat, was kein anderer Ort in Deutschland hat: die einzige Glaubersalzquelle des Landes. Das Wasser sprudelt seit Jahrtausenden aus der Erde, lange bevor irgendjemand von Autophagie gesprochen hat. Und der Quellenhof selbst, ein ehemaliges Kloster, hatte diese besondere Stille schon in den Mauern, bevor der erste Fastengast überhaupt eingecheckt hat.
Fasten. Wandern. Thermalbaden. Trinkkur. Diese vier gehören hier einfach zusammen, so selbstverständlich wie Kaffee und Sonntagmorgen anderswo. Wir mussten sie nicht erfinden, wir mussten sie nur endlich in den Mittelpunkt stellen, statt sie nebenbei mitlaufen zu lassen.
Während andere im Urlaub All Inclusive buchen, laufen unsere Gäste durch die Vulkaneifel, trinken Fastenbrühe mit erstaunlicher Begeisterung und landen irgendwann bei Gesprächen über Autophagie, Darmruhe und die emotionale Bindung zum ersten Kaffee am Morgen.
Das Verrückte: Es funktioniert tatsächlich. Weniger wird zu mehr – mehr Ruhe im Kopf, mehr Energie, mehr Gespür dafür, was der Körper eigentlich braucht.
Irgendwo zwischen Wanderweg, Fastenbrühe und Glaubersalzquelle kommt dann meistens der Moment, in dem ein Gast lächelnd sagt: „Vielleicht hat dieser Mike mit seinem Fasten-Zeug doch nicht ganz Unrecht.“
Genau dafür mache ich das.
Euer Mike Müllers