und warum man es nicht übertreiben sollte
immer wieder kommt die Frage, wieviel Bewegung beim Fasten oder wieviel Anstrengung ist gut und was ist zu viel des Guten
Gute Frage – dahinter steckt die grundlegende Fastenphysiologie. Ich erkläre mal beide Punkte:
Warum anabole Phasen beim Heilfasten vermieden werden sollten.
Fasten ist im Kern ein katabolischer Zustand: Der Körper baut ab (Fettreserven, teilweise auch Proteine) und stellt seinen Stoffwechsel auf Ketose und Autophagie um – also auf die Verwertung körpereigener Reserven und die „Selbstreinigung“ von Zellen.
Anabole Prozesse (Muskelaufbau, Gewebeaufbau) brauchen dagegen:
- Baumaterial (Aminosäuren, Glukose) – das aber während des Fastens gerade nicht von außen zugeführt wird
- Anabole Signalwege wie mTOR, die durch intensives Krafttraining oder hohe Belastung aktiviert werden
Das Problem: mTOR-Aktivierung und Autophagie arbeiten sich gegenseitig entgegen. Wenn durch intensive, muskelaufbauende Reize anabole Signale angestoßen werden, obwohl kein Nährstoffangebot da ist, geschieht Folgendes:
- Der Körper holt sich das nötige „Baumaterial“ aus eigenem Muskelgewebe (verstärkter Proteinabbau) statt aus Fettreserven
- Die für Heilfasten erwünschte Autophagie wird gebremst statt gefördert
- Es entsteht zusätzlicher Stress (Cortisolausschüttung), was der ohnehin schon herausfordernden Stoffwechsellage entgegenwirkt
- Bei niedrigem Blutzucker und verändertem Elektrolythaushalt steigt zudem das Risiko für Kreislaufprobleme bei intensiver Belastung
Kurz: Intensive, anabol wirkende Belastung sabotiert genau die Prozesse, die Heilfasten eigentlich anstoßen soll.
Warum Waldwandern als ideal gilt
Moderates Ausdauertraining wie Wandern passt viel besser zum katabolischen Zustand:
- Fettstoffwechsel statt Muskelabbau: Bei niedriger bis mittlerer Intensität bezieht der Körper Energie überwiegend aus Fettreserven, nicht aus Muskelprotein
- Kein starker Insulin-/mTOR-Reiz: Die Bewegung ist sanft genug, um Autophagie und Ketose nicht zu stören
- Kreislauf und Verdauung werden unterstützt: Bewegung fördert Durchblutung, Lymphfluss und Darmperistaltik – wichtig, da beim Fasten die Verdauungstätigkeit reduziert ist
- Stressreduktion: Gehen im Wald wirkt parasympathisch beruhigend, senkt Cortisol – das ist relevant, weil Stresshormone selbst katabole Prozesse (Muskelabbau) fördern können, wenn sie chronisch erhöht sind
- Der Wald selbst: Frischluft, Sauerstoffangebot, weniger Reizüberflutung als in der Stadt, eventuell auch Effekte durch pflanzliche Terpene (Stichwort „Waldbaden“) – all das unterstützt das psychische Wohlbefinden, das während des Fastens ohnehin oft labiler ist
Mein Hinweis zur Einordnung: Manche der „Entgiftungs“-Effekte des Fastens und auch mancher Waldbaden-Effekte sind wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt – die physiologische Logik (katabol vs. anabol, moderate vs. intensive Belastung) ist aber gut nachvollziehbar und deckt sich mit klassischen Fastenkonzepten wie nach Buchinger, die bewusst auf sanfte Bewegung statt Sport oder Krafttraining setzen.
Hier mein Komootbereich für Faster und nicht Faster.

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und viele Gründe mehr die für Fasten sprechen, Euer Mike Müllers